Plus bei Baugenehmigungen löst die Krise nicht

Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im April 2026 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:

„Im April wurden 20.200 Wohnungen genehmigt, 9,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit hält der Aufwärtstrend an, der die Branche seit über einem Jahr begleitet. Das ist eine gute Nachricht.

Aber die Krise am Wohnungsmarkt ist noch lange nicht gelöst. Man darf sich nicht täuschen lassen, die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte.

Wir kommen von einem historisch niedrigen Niveau. Gemessen am tatsächlichen Bedarf, reichen die aktuellen Genehmigungszahlen bei Weitem nicht aus. Vor allem in den Großstädten, wo am dringendsten Wohnungen gebraucht werden, kommt der Neubau nicht voran. Deswegen ist es richtig, dass der Wohnungsbau im Rahmen der Baugesetzbuch-Novelle als überragendes öffentliches Interesse eingestuft werden soll.

Diese rechtliche Priorität für den Wohnungsbau ist überfällig, denn während auf dem Papier mehr genehmigt wird, sind das monatlich immer noch rund 24 % zu wenige Genehmigungen, um den jährlichen Bedarf von 320.000 Wohnungen zu decken.  Die hohen Finanzierungskosten verunsichern immer mehr Investoren und Bauwillige und so verfallen Baugenehmigungen, anstatt dass sie in Baufertigstellungen münden. 2025 erloschen 35.700 Baugenehmigungen. Seit 2002 sind nicht mehr so viele Projekte gescheitert.

Damit wir auf den jährlichen Bedarf von 320.000 Wohnungen kommen, müssen mindestens 26.700 Wohnungen monatlich genehmigt werden. Hierfür brauchen wir bessere Anreize, wie zum Beispiel eine EH-55-Förderung, die langfristig gesichert wird. Die Sonder-AfA gehört endlich an den EH-55-Standard gekoppelt. Und der Gebäudetyp E braucht noch in diesem Jahr einen klaren Rechtsrahmen, damit günstiger gebaut werden kann.

Die Politik muss den Wohnungsbau endlich zur Chefsache machen. Andernfalls verspielen wir die zarte Dynamik steigender Baugenehmigungen und die Wohnungskrise verschärft sich immer weiter.“