Auch Iran-Krieg zwingt zum Spritsparen

Der Krieg im Iran sorgt für große Unruhe an den Energiemärkten. Steigende Öl- und Dieselpreise treffen die Bauwirtschaft direkt – besonders dort, wo große Flotten im Dauerbetrieb laufen oder schwere Kolosse gewaltige Materialmengen bewegen müssen. Umso notwendiger ist es, durch sparsames Verhalten den Verbrauch von Gas und Öl zu reduzieren. Für Bauunternehmen rückt damit eine alte Frage wieder in den Fokus: Welche Möglichkeiten bieten sich, Energie und somit Kosten bei Baumaschinen zu sparen?

Nach den Personalkosten ist Diesel einer der größten Kostenblöcke im Baubetrieb. Gerade im Erd-, Straßen- und Tiefbau summieren sich binnen kurzer Zeit enorme Kraftstoffmengen. Wer wirtschaftlich arbeiten will, muss daher den Maschinenverbrauch konsequent im Blick behalten. Doch entscheidend ist weniger die Betriebsstunde als der Verbrauch pro bewegter Tonne.

Ein zentraler Hebel bleibt die Reduzierung von Leerlaufzeiten. Unproduktives Laufenlassen der Maschinen treibt den Dieselverbrauch in die Höhe. Ob kurze Wartezeiten im Produktionsablauf, schlecht abgestimmte Transportketten oder unnötiger Stillstand in Pausen – jede Leerlaufminute kostet Geld. Damit der Einsatz der Baumaschinen beim Laden, Ausbaggern und Transportieren nicht zu unnötigen Kraftstoffverbräuchen führt, gilt es darum, vor allem die Zeit zu reduzieren, in der die Geräte unproduktiv sind.

Leerlauf verursacht unnötige Kosten – nicht nur, weil nutzlos Kraftstoff verbraucht wird. Die Serviceintervalle stehen in kürzerer Zeit an, wenn der Betriebsstundenanzeiger weiterläuft. Damit wird dann auch eher der Zeitpunkt erreicht, ab dem die Garantie abläuft. Und wenn eine Maschine unnötigerweise viele Betriebsstunden anhäuft, wirkt sich das letztlich ungünstig auf den späteren Wiederverkaufspreis aus.

Unterteilt wird der Leerlauf in:

  1. Produktionsbedingter Leerlauf: Davon spricht man, wenn eine Maschine auf das Be- und Entladen warten muss. Die einzelnen Intervalle bewegen sich zwischen null und fünf Minuten. Diese kurzen Leerlaufintervalle wiederholen sich über den ganzen Tag.
  2. Systembedingter Leerlauf: Diese Leerlaufintervalle betragen zwischen null und 30 Minuten. Sie treten beispielsweise auf, wenn Muldenkipper gruppenweise eintreffen und wenn das Ladegerät erst voll beschäftigt ist und dann warten muss, bis die Transportgeräte wieder zur Verfügung stehen. „Wiederholt sich dieses Phänomen über den gesamten Tag immer wieder, dann muss die Ursache dafür gefunden werden. Möglich, dass etwa die Skw-Flotte nicht richtig aufeinander abgestimmt ist. Denkbar ist auch, dass die Maschinengröße nicht die richtige ist“, nennt Bernhard Tabert, bei Zeppelin verantwortlich für das Flottenmanagement, mögliche Gründe und Anhaltspunkte, die ein Unternehmen überprüfen sollte. Es macht bereits einen großen Unterschied aus, mit welcher Technik gearbeitet wird und wie diese auf die Arbeitsprozesse abgestimmt ist, um volle Maschinennutzlast und minimale Ladezeiten zu generieren. Aber auch die Einsatzbedingungen vor Ort, etwa die Beschaffenheit der Fahrwege, haben einen Einfluss darauf, wie effizient die Baumaschinentechnik eingesetzt werden kann.
  1. Abnormaler Leerlauf: Dieser hat mit der reinen Produktion nichts zu tun hat. Hier bewegt sich das Intervall zwischen null und 300 Minuten. Dazu zählt etwa das Warmlaufen der Baumaschine am Morgen, wenn der Fahrer noch mal einen Kaffee trinkt, oder weil das Arbeitsgerät wegen der Klimaanlage oder Heizung nicht ausgeschaltet wird. „Viele Fahrer denken, das macht doch nichts, wenn der Bagger oder Radlader dann weiterläuft. Sie wissen nicht, was eine Stunde Leerlauf kostet. Das Bewusstsein ist oftmals gar nicht vorhanden“, sind die Erfahrungen von Bernhard Tabert, die er immer wieder macht.

Transparenz schaffen Telematik und Flottenmanagementsysteme wie das von Caterpillar entwickelte Flottenmanagement, das Zeppelin in Form von ProductLink einführte. Es greift auf die Daten von Cat Baumaschinen zurück. Über VisionLink, der internetbasierten Software, werden die Daten ausgewertet und übersichtlich dargestellt, sodass der Leerlauf erfasst werden kann, die den Verbrauch und den Leerlauf sichtbar machen. Aber auch der Kraftstoffverbrauch wird über VisionLink ermittelt und angezeigt, wann wie viel Diesel benötigt wurde.

Ebenso entscheidend ist der Faktor Mensch: Geschulte Fahrer können den Kraftstoffbedarf deutlich senken. Fahrerschulungen, der richtige Einsatz moderner Assistenzsysteme und ein bewusster Umgang mit der Technik zahlen sich gerade in Zeiten hoher Energiepreise unmittelbar aus.

Quelle: Zeppelin Baumaschinen gmbH