Unter dem Motto „Create. Innovate. Inspire.“ kamen rund 200 internationale Expertinnen und Experten der Baumaschinenindustrie zum CECE-Kongress 2026 in London zusammen. Im Mittelpunkt des Programms standen wirtschaftliche Trends, technologische Entwicklungen, Resilienz, Führungsqualitäten und die Weiterentwicklung von Arbeitskräften. Der zweitägige Kongress bot Raum, Ideen auszutauschen, Partnerschaften aufzubauen und eine gemeinsame Vision für die Branche zu entwickeln.
CECE fordert eine intensivere Industriepolitik
Nach dem starken Markteinbruch im Jahr 2024 zeigte die europäische Baumaschinenbranche im Jahr 2025 Anzeichen einer Erholung mit optimistischen Erwartungen für das Jahr 2026. Europäische Hersteller haben mit Investitionen, Innovationen und Anpassungsfähigkeit auf wirtschaftliche Unsicherheiten, Belastungen in der Lieferkette und sich wandelnde Marktanforderungen reagiert. „Unsere Botschaft ist klar: Europa braucht eine starke industrielle Basis. Wir brauchen einen wettbewerbsfähigen Binnenmarkt mit angemessener Marktüberwachung, um die Einhaltung von Vorschriften und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Europäische Hersteller brauchen politische Maßnahmen, die Innovationen fördern, Investitionen ermöglichen und die globale Wettbewerbsfähigkeit stärken“, betonte Phil Layton, CECE-Präsident, in seiner Eröffnungsrede. Der europäische Branchenverband CECE wird weiterhin mit europäischen Institutionen, nationalen Verbänden und Mitgliedsunternehmen zusammenarbeiten, um wichtige Richtliniendokumente zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Baumaschinenbranche in der europäischen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.
Mit dem von der CEA (Construction Equipment Association, Großbritannien) ausgerichteten Kongress unterstrich CECE zudem die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen der EU und Großbritannien. In seiner Begrüßungsrede legte Lord Richard Harrington, Vorsitzender von Make UK, die Standpunkte des britischen Herstellerverbands hinsichtlich der sich wandelnden Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien dar. Er betonte, dass Großbritannien trotz des Brexits ein starker Industriepartner für Europa sei. Hersteller von Bau- und Bergbaumaschinen sind weltweit tätig und profitieren von einheitlichen technischen Anforderungen. CECE und die britische Construction Equipment Association werden daher weiterhin die politischen Entwicklungen beobachten und die regulatorische Konvergenz über den Ärmelkanal hinweg fördern. Eine Live-Umfrage während der Veranstaltung ergab, dass eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmenden in den nächsten fünf Jahren eine deutlich engere industrielle Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich erwartet.
Menschliche Kreativität und Weitblick im digitalen Wandel
In einer Reihe inspirierender Vorträge befassten sich die Kreativitäts-Experten Koorosh Shojaei, Automobildesigner, Jason Bevan, ehemaliger Leiter der kreativen Entwicklung bei Warner Bros., und Samantha Rennison, Gründerin von „The Experience Effect“ und ehemalige Chief Superintendent (britische Polizei), mit kreativem Denken und der Frage, wie neue Ideen in der Branche in die Praxis umgesetzt werden können. Die Fach- und Wirtschaftsforen befassten sich mit den Themen Sicherheit und Digitalisierung, den globalen Marktaussichten, der Nachfrage nach Ausrüstung und deren Finanzierung sowie einer engeren industriellen Zusammenarbeit zwischen Indien und Europa. Zu den Referierenden gehörten Simon Bailey von Safety Shield Global sowie die DLL-Experten Maja Josifovska und Phil King.
Eine zentrale Herausforderung für die Branche besteht darin, in einer zunehmend von KI geprägten Welt junge Talente zu gewinnen und zu fördern. Die Podiumsdiskussion zum Thema „Junge Menschen und Karrierewege“ brachte ein internationales Trio aus Auszubildenden und jungen Absolventen aus den Bereichen Bauwesen und Fertigung zusammen. Oliver Garnham aus Großbritannien (JCB), Ole Thomas aus Deutschland (Kiesel Group) und Diana Novikova aus Belgien (Agoria) stellten ihre Sichtweisen zu diesen Themen vor. Ihren Aussagen zufolge sollten Unternehmen enger mit Schulen zusammenarbeiten und in den sozialen Medien stärker präsent sein, um junge Menschen für technische Berufe zu begeistern. Vor allem, indem sie ihnen zeigen, wie modern und anspruchsvoll die Berufsbilder in der Produktion geworden sind. Die Beteiligten waren sich einig: Die Branche sollte überholte Vorstellungen und Einstellungsverfahren hinterfragen und jungen Menschen ihre Möglichkeiten aufzeigen, wie sie die Branche mitgestalten können. In einer Live-Umfrage stimmte das Publikum der These zu, dass die Baumaschinenbranche nicht genug unternimmt, um die nächste Generation anzusprechen.
In einer inspirierenden Abschlussrede teilte Stewart Hill, ehemaliger Offizier der britischen Armee und Überlebender einer Hirnverletzung, seine persönliche Geschichte darüber, wie er sich von seiner lebensverändernden Kriegsverletzung erholt hat. Er zeigte Beispiele und gab praktische Tipps, wie man beeinträchtigte Hirnfunktionen verbessern kann, indem man unnötige kognitive Belastungen vermeidet, das Gehirn anregt und kollektive Stärke aufbaut. Er betonte, dass der wahre Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens im Denken seiner Mitarbeitenden liege und nicht in künstlicher Intelligenz.
Über CECE
CECE, das Komitee für europäische Baumaschinen (Committee for European Construction Equipment), vertritt über nationale Fachverbände in Europa die Interessen von 1.200 Herstellern von Bau- und Bergbaumaschinen. Die CECE-Mitglieder investieren kontinuierlich und treiben Innovationen voran, um Maschinen mit höchster Produktivität und geringsten Umweltauswirkungen anzubieten. Effizienz, Sicherheit und hochpräzise Technologien stehen dabei im Mittelpunkt. Siehe auch www.cece.eu.
