Die Bauindustrie Nordrhein-Westfalen sieht gute Voraussetzungen, die Erneuerung der Infrastruktur gemeinsam mit Politik und öffentlichen Auftraggebern voranzubringen. Beim 53. Freundschaftsmahl St. Martin in Düsseldorf verwies Verbandspräsident Daniel Strücker vor gut 350 Gästen auf die zusätzlichen Investitionsmöglichkeiten durch das Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes und auf Fortschritte in der Zusammenarbeit. Nordrhein-Westfalen erhält aus dem Länderanteil des Sondervermögens rund 21,1 Milliarden Euro für Investitionen in unterschiedliche Infrastrukturbereiche. Strücker begrüßte diese Perspektive: „Das ist eine große Chance. Aber Geld allein baut noch keine Brücke.“ Jetzt komme es darauf an, die Mittel in verlässliche Bauprogramme und konkrete Aufträge umzusetzen. Die Unternehmen seien bereit, ihren Teil zu leisten. Dass partnerschaftliche Zusammenarbeit etwas bewegen könne, zeige sich in Nordrhein-Westfalen. Strücker verwies auf die Zusammenarbeit mit Straßen.NRW und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Positiv sei auch der Ansatz der Autobahn GmbH des Bundes beim Ersatzneubau der Bonner Nordbrücke, Planung und Bau in einem Paket auszuschreiben. Solche Ansätze eröffneten den Unternehmen die Möglichkeit, ihr technisches Wissen früh einzubringen und eigene Lösungen zu entwickeln.
Unter dem Leitgedanken „Mehr Mut. Mehr Eigenverantwortung. Mehr Freiräume.“ warb Strücker dafür, auf diesen Erfahrungen aufzubauen. Mehr Gestaltungsspielraum müsse mit klarer Verantwortung verbunden sein, auch für die Bauwirtschaft selbst: „Wer mehr Freiräume verlangt, muss sich am Ergebnis messen lassen.“ Wenn Politik, Auftraggeber und Unternehmen ihre jeweiligen Möglichkeiten nutzten, könne Nordrhein-Westfalen schneller vorankommen.
Verkehrsinfrastruktur verlässlich finanzieren und schneller bauen
Anschließend diskutierten NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, und Peter Hübner, Ehrenpräsident der Deutschen Bauindustrie und Mitglied des Vorstands der STRABAG AG. Ursula Heller moderierte die Runde unter dem Titel „Verkehrsinfrastruktur voranbringen – verlässlich finanzieren, schneller planen und bauen“. Die anschließende Diskussion zeigte Zuversicht angesichts der anstehenden Investitionen. „Jammern ist jetzt nicht mehr angesagt“, sagte Hübner mit Blick auf die Auftragslage und die zahlreichen Baustellen. Zugleich warb er für mehr Planungssicherheit: Die Bauunternehmen benötigten einen konkreten Ausblick darauf, welche Projekte in den kommenden zwei bis drei Jahren umgesetzt werden sollen. Damit könnten sie Personal und Maschinen verlässlich einplanen und ihren Beitrag zur Erneuerung der Infrastruktur leisten.
Gäste spenden 45.000 Euro
Traditionell spenden die Gäste des Freundschaftsmahls St. Martin für gemeinnützige Zwecke. In diesem Jahr beträgt die Spendensumme 45.000 Euro. Sie wird zu gleichen Teilen auf Oliver Krischer, Dr. Philipp Nagl und Dr. Michael Güntner aufgeteilt, die jeweils die begünstigte Organisation bestimmen. Krischer hat WABe e. V., das Diakonische Netzwerk Aachen, ausgewählt. Nagl leitet seinen Anteil an die Bahnhofsmission NRW weiter, Güntner an German Doctors e. V.
Fotos: © Matthias Bähr / BAUINDUSTRIE NRW
Den Auftakt gestaltete der Kinderchor der Akademie für Chor und Musiktheater unter der musikalischen Leitung von Justine Wanat, begleitet von Iskra Ognyanova am Klavier. Das Freundschaftsmahl bringt seit 1973 Bauwirtschaft, Politik und Gesellschaft zum Austausch zusammen.

