Wirtschafts- und Klimastaatssekretär Daniel Stich hat sich in Gelsdorf über ein Forschungsprojekt zur Kombination von Agri-Photovoltaik und Apfelanbau informiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Obstanbau besser an die Folgen des Klimawandels angepasst und gleichzeitig klimafreundliche Solarenergie erzeugt werden können.
„Mit Blick auf den Klimawandel gilt es an vielen Stellschrauben zu drehen und Synergien dort zu nutzen, wo sich diese anbieten. Das gilt beispielsweise für die Nutzung von Photovoltaik auf Agrarflächen – so können wir klimafreundliche Energie gewinnen und gleichzeitig landwirtschaftliche Anbaukulturen vor Hitze schützen. Die Synergie von Agri-PV kann somit zum besseren Ertrag des Landwirts als auch zum Schutz des Klimas beitragen“, betonte Wirtschafts- und Klimastaatssekretär Daniel Stich mit Blick auf das Forschungsprojekt in Gelsdorf.
Gerade im Obstbau können zunehmende Hitze und extreme Wetterereignisse die Ernten belasten. Das Forschungsprojekt in Gelsdorf zeigt, wie Klimaanpassung und der Ausbau erneuerbarer Energien zusammengedacht werden können. Die ersten Ergebnisse machen deutlich, dass Agri-PV interessante Möglichkeiten bietet. Gleichzeitig müssen die Anlagen technisch und wirtschaftlich noch stärker an die Anforderungen der Landwirtschaft angepasst werden.
Auf einer rund 9.100 Quadratmeter großen Versuchsfläche wird in Gelsdorf untersucht, wie sich eine Agri-Photovoltaikanlage auf den Apfelanbau auswirkt. Dabei werden unter anderem Pflanzenentwicklung, Ertrag und Fruchtqualität sowie der Schutz der Kulturen vor intensiver Sonneneinstrahlung und weiteren Wetterextremen betrachtet.
Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Reduzierung von Sonnenbrandschäden bei den Äpfeln. Gleichzeitig wurde eine leichte Verzögerung der Fruchtreife festgestellt. Die agrarwissenschaftlichen Untersuchungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Das Projekt soll dazu beitragen, Agri-PV künftig noch besser auf die Anforderungen des Obstbaus abzustimmen.
Das Forschungsprojekt zählt zu den ersten Vorhaben in Deutschland, bei denen Agri-Photovoltaik gemeinsam mit einer Apfelkultur wissenschaftlich untersucht wird. Beteiligt sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, der Bio-Obsthof Nachtwey, BayWa r.e., die Elektrizitätswerke Schönau und Fendt.
