Mit dem eActros 600 in 80 Ladungen um die Welt

Leinfelden-Echterdingen/Wörth am Rhein – Mercedes-Benz Trucks geht gemeinsam mit dem Content Creator und Berufskraftfahrer Tobias Wagner ein außergewöhnliches Projekt an: Der auf diversen Plattformen bekannte „Elektrotrucker“ mit über 160.000 Followern will mit dem Fernverkehrs-Lkw Mercedes-Benz eActros 600 einmal um die Welt fahren. Nach aktuellem Kenntnisstand wäre es die erste Weltumrundung mit einem rein batterieelektrisch angetriebenen Lkw. Die Route soll über 45.000 Kilometer durch mehr als 35 Länder führen und maximal 80 Ladevorgänge erfordern. Insgesamt soll die Expedition rund ein Jahr dauern.

Bei dem Weltumrundungs-eActros 600 handelt es sich um ein 4×2-Pritschenfahrzeug, das Mitte April im Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein vom Band lief. Im Anschluss an diverse Umbaumaßnahmen, beispielweise eine Ersatzradhalterung mit integrierter mobiler Ladeeinrichtung, eine Einzelbereifung sowie Zusatzscheinwerfer an der Fahrzeugfront, erhält der Lkw einen speziell entwickelten Wohnmobil-Aufbau der Firma Bliss Mobil, der als mobile Basis für die Reise dient. Der Start der Reise ist für Herbst 2026 vorgesehen. Das fertige Expeditionsfahrzeug und weitere Details zum Projekt sollen im Frühsommer präsentiert werden.

Ein Serien-Lkw als Expeditionsfahrzeug

Der Mercedes-Benz eActros 600 wurde speziell für den Langstreckeneinsatz entwickelt. Er verfügt über eine hohe Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden sowie über eine besonders effiziente elektrische Antriebsachse aus eigener Entwicklung, was im Fernverkehrseinsatz vollbeladen eine Reichweite von 500 Kilometern[1] ohne Zwischenladen ermöglicht. Das als Expeditionsmobil aufgebaute Pritschenfahrzeug wird aufgrund seines niedrigeren Gewichts normalerweise diese Reichweite deutlich übertreffen.

Christian Wilz, Vorsitzender der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Trucks Deutschland: „Der batterieelektrische Fernverkehr ist in Europa bereits heute in vielen Regionen gelebte Praxis. Unsere Kunden zeigen im täglichen Einsatz, dass elektrische Langstreckenlogistik funktioniert – vorausgesetzt, die Infrastruktur ist verfügbar. Jetzt sind wir gespannt, welche Erfahrungen Tobias mit dem eActros 600 auf seiner außergewöhnlichen Welt-Expedition sammeln wird – eine Reise, die zum einen deutlich machen wird, dass batterieelektrischer Fernverkehr weltweit bereits funktionieren kann und zum anderen, dass vielerorts noch die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um ihn auch flächendeckend praktikabel zu machen.“

Praxis-Erfahrung aus dem Alltag

Für Tobias Wagner ist das Projekt nicht nur eine außergewöhnliche Reise, sondern auch eine Gelegenheit aufzuzeigen, welches Potential batterieelektrische Lkw schon heute im Fernverkehr haben. Denn der Influencer arbeitet seit zwei Jahren hauptberuflich als Lkw-Fahrer bei der Nanno Janssen Spedition GmbH, einem Logistikdienstleister aus Leer in Niedersachsen, der auf dem Weg ist, seinen Lkw-Fuhrpark konsequent von Diesel- auf Elektroantrieb umzustellen und hierfür bereits einen eigenen Ladepark errichtet hat. Tobias Wagner ist seit Jahren mit batterieelektrischen Lkw unterschiedlicher Hersteller unterwegs – seit Sommer 2025 auch mit einem eActros 600 – und hat bislang 200.000 Kilometer im nationalen und internationalen Fernverkehr vollständig elektrisch zurückgelegt.

Tobias Wagner: „Nach unzähligen Touren durch 22 Länder weiß ich: Der E-Lkw im Fernverkehr funktioniert problemlos. Um nun auch die letzten Zweifler zu überzeugen, trete ich in die Fußstapfen von Jules Verne – allerdings reise ich nicht in 80 Tagen, sondern in 80 Ladesäulen um die Welt! Für ein solches Abenteuer ist der eActros 600 mit seiner enormen Batteriekapazität, Effizienz und Aufbaumöglichkeiten der perfekte Weggefährte. Deshalb wollte ich genau mit diesem Fahrzeug zeigen, dass die Elektromobilität im schweren Transport längst im echten Einsatz angekommen ist.“

Tobias Wagner plant, seine Follower regelmäßig über seine Erfahrungen zu informieren und Einblicke in das batterieelektrische Reisen im schweren Nutzfahrzeug zu geben. Die Route führt ihn dabei durch sehr unterschiedliche Regionen – von gut ausgebauten Autobahnen über lange und anspruchsvolle Überlandstrecken bis hin zu abgelegenen Gebieten. Da nicht alle Regionen in gleicher Weise auf batterieelektrische Lkw vorbereitet sind, erfordert die Reise eine besonders sorgfältige Planung und Vorbereitung, um den vielfältigen klimatischen, topografischen und infrastrukturellen Herausforderungen gerecht zu werden.

Seine Expedition steht dabei weniger für Rekorde als für eine praktische Frage: Wie weit kann sich ein moderner batterieelektrischer Fernverkehrs-Lkw heute tatsächlich durchschlagen, was sind die größten Herausforderungen, Hürden oder auch Vorurteile?

 

[1] Die Reichweite wurde unter spezifischen Testbedingungen, nach Vorkonditionierung mit einer 4×2 Sattelzugmaschine mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht bei 20°C Außentemperatur im Fernverkehrseinsatz, intern ermittelt und kann von den nach der Verordnung (EU) 2017/2400 ermittelten Werten abweichen.

[2] Nennkapazität einer neuen Batterie, basierend auf intern definierten Rahmenbedingungen. Diese kann je nach Anwendungsfall und Umgebungsbedingungen variieren.